MAE Frühsport Teil 9
Kreuzung Berliner Straße, Bundesallee. Das absolute Nichts. U-Bahnhof Berliner Straße. Stadtteile die man nicht auf der Rechnung hat. Wo die berühmt berüchtigten Wilmersdorfer Witwen wohnen sollen. Keine da, alle auf´m Kudamm, bloß weg hier. Ich wollte noch etwas erledigen, eine Kleinigkeit, hastete die Treppe hinunter, geriet ins Stolpern. Vom Rennen ins Gehen zu wechseln, ist anstrengender als umgekehrt. Hier scheint in der Evolution der Fluchtreflex über die Langsamkeit funktional gesiegt zu haben. Ist auch sicherer so, kluge Evolution. Ich hatte die Informationsveranstaltung eines sogenannten Bildungsträgers besuchen müssen. Das halbe Jahr MAE sollte einen 20prozentigen Qualifizierungsanteil beinhalten, ich hatte mich diesbezüglich zurückgehalten, wurde aber auf der letzten Gruppensitzung von der Thiele nachdrücklich aufgefordert, zumindest diese Veranstaltung zu besuchen. „Sehen Sie, das ist ja auch für Sie ganz gut, da fahren Sie hin für zwei Stunden, wir tragen Ihnen hier die volle Stundenzahl ein und für den Rest des Tages haben Sie dann einen freien Tag.“ Zwinker, zwinker, Kumpanei.
Aufgereiht wie Grundschüler in der Aula, scharrende Füße, tuscheln. So eine Federmappe hätte ich auch gerne, schön rot, wie kann der sich Filterzigaretten leisten, ist wohl noch ALG1, hat wohl gut verdient bis hierhin, keine fremde Steuermarke jedenfalls. Auf ihren Webseiten präsentieren sich diese Träger weiß und lichtdurchflutet, sparsame Farbakzente, Pastelltöne. Die Bürger für Bürger gGmbH, Badensche Straße, ein siebziger Jahre Zweckbau, nach außen verspiegelte Fenster, blind. Eingerahmt von McFit und einer Filiale der Landesbank. Gebäude die aussehen, als atmeten sie kalten Rauch. „Karrieren in Bewegung“, das hieß zunächst warten, ob weitere Teilnehmer kommen würden, die erste Stuhlreihe war bisher frei geblieben, da ging noch einiges. Während der Wartezeit Rauchen. Ich stellte mich nicht vor den großen mit Sand gefüllten Aschenbecher zu den anderen, ich wählte den Eingang der Landesbank. Nicht das ich mich schämte zu den Kaputten zu gehören, das nicht. Richtig ist dass ich nicht dazu gehören wollte. Schämen tat ich mich trotzdem und zwar fürs nicht dazu gehören wollen. Mit einer Viertelstunde Verspätung endlich kamen die Karrieren in Bewegung.
Kaum war´s vorbei nahm ich die Beine in die Hand. Ab in den Volkspark, ich musste einem neuen Hinweis nachgehen, die vertauschten Kinderwagen betreffend. Ich hatte das Wochenende überwiegend auf dem Küchenfußboden verbracht, alte Zeitungen lesend. Aus Frust über den verdorbenen Abend mit Biggi, aus Langeweile. Musik, Tee mit Rum und bis dato überlesene Schlagzeilen: „Nomaden mit Mobiltelefonen“, einleuchtend, Festnetz macht bei Nomaden keinen Sinn, entweder sie wandern von Telefonzelle zu Telefonzelle oder sie brauchen Mobiltelefone. Die Ukrainische Obdachlosen-Auswahl hatte den „Homeless Worldcup“ im Straßenfußball gewonnen, herzlichen Glückwunsch. Das Reise Ressort reimte sich um den Verstand: „Knien vor der Queen“. Dann: „Geldautomat aus Klinik gestohlen – Diebe rissen Stahlkasten unbemerkt aus der Verankerung“. Wo? Geburtsstation Klinikum Friedrichshain. Das passte. Vielleicht hatten sie das Ding irgendwo versteckt, später aufgebrochen und letzte Woche das Bargeld abtransportiert. es wäre denkbar, dass die Automatenknacker-Bande im Volkspark ihre Operationsbasis hatte und alle Transaktionen auf diesem Weg vornahm. Der Artikel war vom 27. Juli, lange her. Trotzdem, ein entscheidender Hinweis. Vielleicht ging es nicht um das Geld aus dem gestohlenen Automaten, geschenkt, es musste aber auch nicht zwangsläufig um Kinder gehen. Alles war möglich. Waffen, Babys, Drogen, Falsch- oder Schwarzgeld. Irgendetwas.
Aufgereiht wie Grundschüler in der Aula, scharrende Füße, tuscheln. So eine Federmappe hätte ich auch gerne, schön rot, wie kann der sich Filterzigaretten leisten, ist wohl noch ALG1, hat wohl gut verdient bis hierhin, keine fremde Steuermarke jedenfalls. Auf ihren Webseiten präsentieren sich diese Träger weiß und lichtdurchflutet, sparsame Farbakzente, Pastelltöne. Die Bürger für Bürger gGmbH, Badensche Straße, ein siebziger Jahre Zweckbau, nach außen verspiegelte Fenster, blind. Eingerahmt von McFit und einer Filiale der Landesbank. Gebäude die aussehen, als atmeten sie kalten Rauch. „Karrieren in Bewegung“, das hieß zunächst warten, ob weitere Teilnehmer kommen würden, die erste Stuhlreihe war bisher frei geblieben, da ging noch einiges. Während der Wartezeit Rauchen. Ich stellte mich nicht vor den großen mit Sand gefüllten Aschenbecher zu den anderen, ich wählte den Eingang der Landesbank. Nicht das ich mich schämte zu den Kaputten zu gehören, das nicht. Richtig ist dass ich nicht dazu gehören wollte. Schämen tat ich mich trotzdem und zwar fürs nicht dazu gehören wollen. Mit einer Viertelstunde Verspätung endlich kamen die Karrieren in Bewegung.
Kaum war´s vorbei nahm ich die Beine in die Hand. Ab in den Volkspark, ich musste einem neuen Hinweis nachgehen, die vertauschten Kinderwagen betreffend. Ich hatte das Wochenende überwiegend auf dem Küchenfußboden verbracht, alte Zeitungen lesend. Aus Frust über den verdorbenen Abend mit Biggi, aus Langeweile. Musik, Tee mit Rum und bis dato überlesene Schlagzeilen: „Nomaden mit Mobiltelefonen“, einleuchtend, Festnetz macht bei Nomaden keinen Sinn, entweder sie wandern von Telefonzelle zu Telefonzelle oder sie brauchen Mobiltelefone. Die Ukrainische Obdachlosen-Auswahl hatte den „Homeless Worldcup“ im Straßenfußball gewonnen, herzlichen Glückwunsch. Das Reise Ressort reimte sich um den Verstand: „Knien vor der Queen“. Dann: „Geldautomat aus Klinik gestohlen – Diebe rissen Stahlkasten unbemerkt aus der Verankerung“. Wo? Geburtsstation Klinikum Friedrichshain. Das passte. Vielleicht hatten sie das Ding irgendwo versteckt, später aufgebrochen und letzte Woche das Bargeld abtransportiert. es wäre denkbar, dass die Automatenknacker-Bande im Volkspark ihre Operationsbasis hatte und alle Transaktionen auf diesem Weg vornahm. Der Artikel war vom 27. Juli, lange her. Trotzdem, ein entscheidender Hinweis. Vielleicht ging es nicht um das Geld aus dem gestohlenen Automaten, geschenkt, es musste aber auch nicht zwangsläufig um Kinder gehen. Alles war möglich. Waffen, Babys, Drogen, Falsch- oder Schwarzgeld. Irgendetwas.




